Abenteuer Schwarzwald. Was würde diesem Namen noch mehr gerecht werden, als eine frühmorgendliche Skitour auf den höchsten Berg des Schwarzwaldes, den Feldberg? 5:20 Uhr, der Wecker klingelt. Es ist stockdunkel, auf der Straße sieben Stockwerke weiter unten ist kein Auto zu sehen. Verschlafen die Skikleidung anziehen, die bereits vorbereitet auf dem Sofa liegt. Kamera in den Rucksack, vergewissern, dass der Akku voll ist und eine Speicherkarte im Slot steckt, Skier auf die Schulter und los geht's! Mit dem Auto fahren wir Richtung Stollenbach, unterwegs sehen wir keine Menschenseele.

Angekommen, befestigen wir in der Kälte die Felle an den Skiern, klatschen uns ab und los geht's erst über die Skipiste und dann später in die Dunkelheit des Waldes. Schon nach wenigen Minuten kommen wir ins Schwitzen. Trotz -5° Celsius müssen wir kurz anhalten, um eine Schicht abzulegen. Weiter geht es nur im Thermoshirt. Die Stirnlampen machen wir nach ein paar Minuten aus, genug Licht kommt vom Mond und den immer weniger werdenden Sternen. Wir müssen uns etwas ranhalten, um rechtzeitig zum Sonnenaufgang auf dem Gipfel des Feldbergs zu stehen. Der letzte Anstieg vom Toten Mann auf den Feldberg ist steil, das Licht der Sonne bereits am Horizont zu erahnen.

 Blick auf den Seebuck mit Alpenpanorama

Blick auf den Seebuck mit Alpenpanorama

Wir beeilen uns, um ja nicht den magischen Moment zu verpassen, wenn die Sonne über dem Horizont erscheint und der Tag die Nacht ablöst. Als wir oben ankommen, packen wir unsere Kameras aus, jeder auf der Jagd nach seinem persönliches Foto des Tages. Der Himmel färbt sich tiefrosa und geht dann in ein fast unwirkliches Orange über. In der Ferne sieht man die schneebedeckten Gipfel der Alpen und alles wirkt plötzlich so friedlich und schön.

Die Sonne ist nun vollkommen zu sehen und wie schnallen uns unsere Skier an um wieder ins Tal abzufahren. Als wir zurück beim Auto sind, kommen gerade die ersten Skifahrer aus Freiburg am Skilift Stollenbach an und wundern sich, wo wir herkommen. Um 9:30 Uhr sind wir zu Hause und bereit für einen Tag, der abenteuerlicher nicht hätte anfangen können.

von Saskia Bauer

Fotos (Saskia Bauer, Simon Straetker, Hans-Joachim Kleine)